Warum haben wir eigentlich so viele Ängste? (+4 Fragen für mehr Leichtigkeit)

Angst ist ein Gefühl, das entsteht, wenn man sich einer Gefahr oder Bedrohung bewusst wird.

Infolgedessen reagiert das Gehirn sofort.

Es sendet unmittelbar die richtigen Signale an den physischen Körper, damit dieser in der Lage ist, sich der gefährlichen oder bedrohlichen Situation zu stellen.

Ängste verstehen und gelassener werden

 

Zuerst sendet das Gehirn eine Nachricht an die Nebennieren, die sofort Adrenalin ausschütten.

Dieses Hormon ist dafür verantwortlich, die körpereigene Glukoseversorgung freizusetzen.

Dadurch kann der Körper angemessen reagieren.

Die daraus resultierenden Effekte sind zum einen eine viel größere körperliche Kraft, die benötigt wird, um sich selbst zu verteidigen, sowie ein sehr aktives Gehirn, um schnell Entscheidungen zu treffen.

Es gibt zwei Arten von Angst: die echten Ängste und die unwirklichen.

Diese erkläre ich zum besseren Verständnis zuerst.

1. Echte Ängste

Beispiele für echte Ängste:

  • Ein großer Hund stürzt heraus und springt auf dich zu.
  • Ein Auto fährt direkt auf dich oder dein Kind zu.
  • Jemand hebt seinen Arm, um dich zu schlagen.

Es ist natürlich und nützlich, Angst zu haben, wenn man sich einer solch gefährlichen Situation gegenübersieht.

Angst erlaubt uns, entsprechend zu reagieren, die nötige Kraft und Reflexe zu haben, um uns schnell zu schützen.

2. Unwirkliche Ängste

Leider fallen die meisten erlebten Ängste, nämlich über 90 %,  in die Kategorie der unwirklichen Angst.

Diese Ängste entstehen aus KEINER wirklichen Gefahr.

Sie sind vielmehr die Folge davon, dass unsere menschliche Vorstellungskraft nicht richtig eingesetzt wird.

Das Gehirn kann nicht zwischen echter und unwirklicher Angst unterscheiden.

In beiden Fällen reagiert es, wie oben beschrieben.

Da jedoch im Falle einer unwirklichen Angst keine wirkliche Bedrohung besteht, wird das ausgeschüttete Adrenalin vom Körper nicht verwendet.

Daher wird es zu einer Art Gift, das durch das gesamte System fließt, da keine große körperliche Anstrengung unternommen wird, um es zu verbrauchen.

Was die Nebennieren betrifft, so ermüden und nutzen sie sich umso mehr, je mehr sie beansprucht werden.

Und sie reagieren im Falle einer wirklichen Gefahr nicht mehr so ​​schnell.

Der Körper verfügt mit der Zeit nicht mehr über eine ausreichende Menge an Glukose – oder Energie – die notwendig ist, um einer echten Gefahr angemessen zu begegnen.

Dies erklärt, warum ein Mensch angesichts einer gefährlichen oder bedrohlichen Situation panisch oder machtlos werden kann.

Die menschliche Vorstellungskraft sollten wir nutzen, damit wir uns gut und nicht schlecht fühlen, indem wir alle möglichen unbegründeten Ängste erzeugen.

Ressourcen:

Wie entwickeln wir unwirkliche Ängste?

Unsere Vorstellungskraft ist Teil unseres Intellekts und wird von unseren mentalen Überzeugungen beeinflusst.

Diese sind größtenteils in unserer Kindheit nach einigen schmerzhaften Erfahrungen entstanden.

Wir haben danach die Angst entwickelt, dass sie wieder auftreten könnten.

Hier kommen nun einige Beispiele für unwirkliche Ängste auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene, die keine wirkliche Gefahr darstellen.

Sie entstehen alle durch die eigene Vorstellungskraft.

Beispiele für unwirkliche Ängste

Unwirkliche Ängste auf körperlicher Ebene:

  • Angst vor einem Tier (Hund, Spinne, Maus usw.), wenn keine wirkliche Bedrohung besteht.
  • Angst vor Wasser, Sturm, Dunkelheit usw.

Unwirkliche Ängste auf emotionaler und mentaler Ebene:

  • Angst, ausgelacht zu werden, lächerlich zu erscheinen.
  • Angst um die eigene Zukunft, Geldmangel.
  • Angst, krank zu sein, zu sterben.
  • Angst, einen Fehler zu machen, zu versagen.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir jedes Mal, wenn wir uns von einer Angst überwältigen lassen, das Glaubenssystem stützen, das es aufrechterhält.

So gewinnt es mit der Zeit an Stärke und die Angst vor Schmerz und Verletzung wird immer präsenter und intensiver.

Zwangsgedanken können die Folge sein, die dann sogenannte Phobien auslösen können.

Eine Phobie ernährt sich von der Energie des Menschen, den sie befällt.

Dies erklärt auch den Mangel an Energie, der bei Menschen beobachtet wird, die darunter leiden.

Je größer die Angst ist, desto größer ist die emotionale Wunde.

Ressourcen:

5 emotionale Wunden als Auslöser von unwirklichen Ängsten

Es gibt hauptsächlich 5 emotionale Wunden, die die Ursache für die Mehrheit der Überzeugungen und Ängste sind, die wir haben.

Wir haben Angst vor:

  • Ablehnung,
  • Verlassenheit,
  • Demütigung,
  • Verrat und
  • Ungerechtigkeit.

    Wenn dich deine Ängste aufgrund einer emotionalen Verletzung überwältigen, bist du nicht mehr Herr(in) deines eigenen Lebens.

Ressourcen:

Die positive Seite der Angst

Angst kann uns helfen, uns einiger Wünsche bewusst zu werden, die wir uns aus Angst vor unangenehmen Konsequenzen selber nicht zugestehen.

Daher ist eigentlich ein intelligenter Weg für uns, auf unsere Ängste zu reagieren.

Wir können Ängste für uns nutzen, um uns des blockierten Wunsches bewusst zu werden.

Deinen Wunsch hinter deiner Angst identifizieren: 4 Schritte zur inneren Freiheit

1.

Frage dich:

„Woran hindert mich diese Angst, das zu haben, zu tun und zu sein, was ich möchte?“

Wenn du beispielsweise Angst vor Hunden hast (eine unwirkliche körperliche Angst) und in der Nähe von ihnen erstarrst, kann dich dies, bildlich gesprochen, daran hindern, voranzukommen.

Ein weiteres Beispiel:

Die Angst, einen Fehler zu machen (unwirkliche mentale Angst), könnte dich davon abhalten, Risiken einzugehen, nach neuen Dingen oder Ideen zu suchen oder kreativ zu sein.

2.

Frage dich:

„Was für unangenehme Dinge könnten mir passieren, wenn ich mir erlauben würde …?“

Am Beispiel des Hundes könntest du dich fragen:

„Was für unangenehme Dinge könnten mir passieren, wenn ich mir erlauben würde, in meinem Leben voranzukommen?

Wenn ich Mut beweise, anstatt in meiner Komfortzone zu bleiben?“

Mögliche Antwort:

„Wenn ich mein Leben leben und Mut zeigen würde, würde ich den Beruf wählen, der mir gefällt.

Aber das würde bedeuten, dass ich meine Eltern vor den Kopf stoße.

Ich würde Gefahr laufen, als undankbarer und egoistischer Mensch angesehen zu werden.

Besonders nach all dem, was meine Eltern für mich getan haben.“

Am Beispiel der Angst, einen Fehler zu machen, wäre die passende Frage:

„Was für unangenehme Dinge könnten mir passieren, wenn ich etwas riskiere, wenn ich neue Wege probiere, wenn ich kreativer wäre?“

Mögliche Antwort:

„Ich könnte einen Fehler machen.

Manche Leute würden dann vielleicht denken, dass ich inkompetent bin und nie etwas in meinem Leben erreichen kann.“

Denke daran:

Du versuchst zu vermeiden, etwas zu tun oder zu sein, aus Angst, von anderen beurteilt zu werden.

Aber du kannst nicht verhindern, dann dich andere Menschen beurteilen, denn sie tun es immer, egal, was du selber tust oder lässt.

Deswegen kannst du ruhig das machen, was du willst, oder?

3.

Frage dich:

„Ist das, woran ich glaube,wirklich wahr?“
Wenn du dir diese Frage stellst, wirst du feststellen, dass deine Angst meistens unbegründet ist.

Sie mag manchmal real sein, aber sie ist es sicher nicht immer.

4.

Frage dich:

„Wie kann ich meine Ängste akzeptieren und dann ziehen lassen?“

Der ängstliche Teil in dir ist davon überzeugt, dass er dir hilft und tatsächlich dazu beiträgt, das Schlimmste für dich zu vermeiden.

Deshalb ist es wichtig, diesen Teil zu akzeptieren, denn er will nur das Beste für dich.

Bedanke dich dafür.

Und teile diesem Teil von dir auch mit, dass du jetzt in der Lage bist, alles, was dir Angst macht, selber zu bewältigen.

Ressourcen:

Buchtipp: Das 6-Minuten Tagebuch | Dankbarkeitstagebuch*

Fazit: Stelle dich deinen Ängsten, anstatt sie zu leugnen

Ein solcher Umgang mit deinen Ängsten wird dir helfen, dein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Du wirst nicht länger zulassen, dass dein Glaubenssystem dich so stark beeinflusst, dass du dich nicht mehr frei fühlst, dein wahres Selbst zu zeigen.

Wir alle sind hier auf der Erde, um zu lernen, wieder unser wahres Selbst zu werden.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns unseren Ängsten stellen, anstatt so zu tun, als gäbe es sie nicht.

Indem wir uns selbst wiederentdecken, gewinnen wir genau die Energie zurück, die für die Aufrechterhaltung unserer Ängste aufgewendet wurde.

Diese Energie können wir dann viel effektiver für unser Wohlergehen nutzen.

Sei während dieses Prozesses geduldig und tolerant mit dir selbst, denn einige deiner Ängste können tief sitzen.

Gehe jede deiner Ängste einzeln an, denn so kannst du sie in einem ganz natürlichen Prozess auflösen.

Die tief verwurzelten Ängste verlangen nämlich mehr Mitgefühl von dir, da sie das Ergebnis einer akuten emotionalen Wunde sind, die du vermutlich in deiner Kindheit erlitten hast.

Man muss sich manchmal einfach etwas Zeit nehmen.

Sei gut zu dir, denn:

Je weniger Ängste du hast, desto mehr wirst du an dich selbst glauben und in Leichtigkeit und Freude leben.