Stressbewältigung heißt dies:
Wir haben eine Strategie gefunden, um uns selbst aus einer stressigen Situation zu erlösen.
Wenn wir KEINE Strategie haben, um mit Stress umzugehen, bedeutet das grenzenlose Überwältigung für unseren gesamten Organismus.
Im Laufe der Zeit und mit zunehmender Lebenserfahrung entwickeln wir schon als kleine Kinder bestimmte „Überlebensstrategien“.
Dabei geht es gar nicht so sehr um das physische Überleben, denn wir sind ja selten mit einem direkten körperlichen Angriff konfrontiert.
Es geht bei uns Menschen fast immer darum, unser soziales Überleben zu sichern.
Was will ein zweijähriges Kind vor allem?
Es will geliebt und anerkannt werden, besonders von:
- der Mutter aber auch von allen anderen Bezugspersonen, wie
- vom Vater,
- von der Oma und dem Opa,
- vom Bruder, von der Schwester,
- von der Kindergärtnerin.
Instinktiv spürt das Kleinkind, dass es alleine nicht überleben kann, sondern auf die Hilfe und Zuneigung anderer angewiesen ist.
Für jedes Kind ist es hochdramatisch, zum Beispiel von der Mutter getrennt zu werden.
Da es kein Zeitgefühl hat und nicht sicher weiß, dass die Mutter wiederkommt, fürchtet es, für immer alleingelassen zu werden.
Das bedeutet Stress pur für diesen kleinen Körper.
Und das Kind versucht verzweifelt, eine Strategie zur Stressbewältigung zu finden.
Schon ein Kleinkind versucht, seinen Stress zu lösen
Um das zu bekommen, was es von seiner Mutter möchte, wird das Kind deswegen sehr schnell eine Taktik entwickeln, um die Mutter am Weggehen zu hindern.
- Es wird vielleicht lauthals und bitterlich weinen.
- Es wird schreien oder völlig verstummen.
- Es wird sich einschmeicheln.
Sobald das Kind merkt, dass dies eine erfolgreiche Strategie ist, wird es diese immer wieder anwenden.
Es hat dadurch für sich eine Methode gefunden, um den Trennungskonflikt zu überleben.
Es hat seine Stressbewältigung entdeckt.
Wir alle haben so gehandelt und handeln meistens auch heute noch auf dem Niveau jenes kleinen Mädchens oder jenen kleinen Jungens.
Das ist okay, denn es sichert uns das, was wir so dringend brauchen:
Sicherheit und Liebe.
4. Kriterium: Du siehst in diesem Moment keine Lösung, hast Null Strategie
Das vierte Kriterium eines biologischen Konflikts lautet:
Du hast das Gefühl, der Situation ausgeliefert zu sein.
In diesem Moment erkennst du keinen Ausweg.
Keine Lösung.
Keine Strategie.
Dein Gehirn bewertet die Situation als unlösbar.
Genau das unterscheidet einen biologischen Konflikt von vielen anderen Belastungen.
Stell dir vor, dein Auto springt morgens nicht an.
Ärgerlich.
Aber du weißt sofort, was du tun kannst.
Du rufst den ADAC.
Nimmst den Bus.
Oder bittest jemanden um Hilfe.
Dein Gehirn hat bereits mehrere Lösungen parat.
Ganz anders sieht es aus, wenn du plötzlich eine Diagnose erhältst, dein Partner dich unerwartet verlässt oder dein Arbeitgeber dir kündigt.
In diesem Moment denkst du vielleicht:
„Wie soll es jetzt weitergehen?“
„Ich weiß überhaupt nicht, was ich tun soll.“
„Ich sehe keinen Ausweg.“
Genau dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist entscheidend.
Nicht weil es tatsächlich keine Lösung gibt.
Sondern weil dein Gehirn in diesem Augenblick keine erkennen kann.
Erst später fällt dir vielleicht ein, welche Möglichkeiten du gehabt hättest.
Doch in der Konfliktsituation selbst scheint jede Tür verschlossen.
Deshalb erleben zwei Menschen dieselbe Situation oft völlig unterschiedlich.
Der eine denkt:
„Das wird schwer, aber ich bekomme das hin.“
Der andere denkt:
„Ich bin völlig verloren.“
Nicht das Ereignis entscheidet.
Sondern die innere Bewertung.
Je aussichtsloser eine Situation erscheint, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Gehirn sie als biologischen Konflikt abspeichert.
Deshalb lohnt sich später oft eine einfache Frage:
Welche Lösung habe ich damals übersehen?
Oder gab es tatsächlich keine – zumindest nicht in diesem Moment?
Denn genau dieses Gefühl der Strategielosigkeit bildet häufig das vierte Puzzleteil eines biologischen Konflikts.
Hier findest du Teil I, Teil II und Teil III zum biologischen Konflikt.
Jetzt kennst du die vier Kriterien.
Doch welcher biologische Konflikt steckt hinter deinem Symptom?
In welcher Phase befindet sich dein Körper gerade?
Und warum reagiert ausgerechnet dieses Organ?
Im Entschlüsselungssystem lernst du Schritt für Schritt, biologische Konflikte zu erkennen, Symptome biologisch einzuordnen und die Muster zu entschlüsseln, die sich hinter deinen Beschwerden, Gedanken, Konflikten und Lebensthemen verbergen.
Denn erst wenn du die Zusammenhänge erkennst, wird aus einzelnen Puzzleteilen ein verständliches Gesamtbild.
Lass mich an dieser Stelle die vier Kriterien für einen biologischen Konflikt zusammenfassen
Eine Situation empfindest du unterbewusst als:
- Unerwartet
- Dramatisch
- Isolativ
- Null Strategie
Als META Health Coach spreche ich von einem UDIN.
Nur wenn diese vier Kriterien gemeinsam in einer ganz spezifischen Situation, die du als für dich sehr kritisch bewertest, auftauchen,
wird sich in deinem Denken, Fühlen und in deinem Körper etwas verändern.
Als sehr gute Beobachterin und Kennerin der UDIN-Kriterien, wirst du häufig bemerken, wenn dich ein solcher biologischer Konflikt trifft.
Denn im Moment des Konflikts passiert folgendes:
- Du bist völlig überrascht über das, was du gerade erlebst.
- Du spürst einen kleinen aber deutlichen Stich in dir.
- Du willst nicht, dass ein anderer darüber Bescheid weiß.
- Du bleibst stumm und zeigst keinerlei Reaktion.
In der ersten (Stress-) Phase wird dir das Ereignis noch einige Stunden oder Tage nicht aus dem Kopf gehen und dich auch nachts beschäftigen.
Sobald du jedoch anfängst, darüber mit anderen zu sprechen oder das Ereignis auf eine andere Art und Weise zu verarbeiten,
beginnt die zweite (Regenerations-) Phase.
Und erst jetzt wirst du innerhalb kürzester Zeit bestimmte körperliche Symptome an dir entdecken.
Diese zeigen dir deutlich an, dass du auf dem Weg bist, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
