Wie du einen Narzissten ein für allemal in seine Schranken weist

Schwierige Menschen finden sich überall. Ob Narzissten oder Tyrannen, es gibt in allen Lebensbereichen Menschen, die nichts lieber tun, als über andere zu bestimmen und sie zu demütigen, um sich selber groß und wichtig zu machen.

Sie werten andere Menschen gerne ab, stellen deren Fähigkeiten infrage oder möchten ihre Umwelt zu einem Verhalten zwingen, das sie sich von ihr erwarten.

Eine der heimtückischsten und destruktivsten Formen von Tyrannerei ist das Mobbing innerhalb der Familie, weil es oft im Namen der Liebe getan wird.

Dort, wo wir uns eigentlich Unterstützung und Annahme erhoffen, fühlen wir uns durch eine narzisstische Persönlichkeit kontrolliert, verletzt und bloßgestellt.

Dabei geht es fast nie um dich oder deine Fehler, sondern um den anderen, der dich dazu benutzt, seine destruktive Energie zu entladen.

Narzissten und Tyrannen meinen wirklich, dem anderen dadurch helfen zu können, dass sie ihn kritisieren. Tatsächlich sind sie aber die einzigen, die sich nach der Kritik besser fühlen, während du selber wütend, gedemütigt oder voller Schuldgefühle bist.

Narzissten kontern

 

Es gibt aber glücklicherweise einige Möglichkeiten, einen herrischen, selbstverliebten Menschen, sei es aus der eigenen Familie oder aus dem näheren Umfeld, ein für allemal in seine Schranken zu weisen.

 

5 Wege aus der Narzisstenfalle

 

1. Überlege dir vorher, wie du einem Narzissten kontern kannst

Wenn du weißt, welche Kommentare von deinem „Lieblingsfeind“ dich immer wieder triggern, überlege dir schon im Vorfeld Antworten, die dein Selbstbewusstsein stärken.

Lesetipp: 10 Mindsets, mit denen es dir mühelos gelingt, ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen

Wenn zum Beispiel jemand aus der Familie immer wieder auf deinen Erziehungsstil zu sprechen kommt, könntest du antworten: „Ich erziehe meine Kinder nach meinen eigenen Werten. Tut mir leid, wenn dir das nicht gefällt, aber es bleibt dabei, ich werde sie auch weiterhin so erziehen.“

Sprich von dir, nicht vom anderen, benutze deswegen „Ich“-Sätze und weniger „Du“-Sätze. Wenn du den Fokus auf dir behältst, bietest du keine Fläche für weitere Diskussionen und ziehst niemanden herunter.

Übe die Sätze, die du in bestimmten Situationen sagen willst mehrmals, sodass sie sich für dich authentisch anhören und automatisch kommen. Denn wenn wir in einer aufgewühlten Situation sind, fällt es uns oft schwer, aus unseren bisherigen Standardreaktionen auszubrechen.

Noch mehr Lesefutter, um mit Narzisten und Energievampiren umzugehen, findest du hier. *

Wenn du immer auf die gleiche Art und Weise reagierst, bekommt das dein Gegenüber ziemlich schnell mit und stichelt umso lieber. Überrasche ihn (oder sie) mit einer völlig anderen, gelassenen Antwort auf einen vermeintlich gut gemeinten Rat.

2. Tritt dem Narzissten ohne Feindseligkeit gegenüber

Eine Taktik, die oft auch die heftigste Kritik entschärft, ist es, sich groß aufzurichten, dem anderen direkt in die Augen zu schauen, kurz zu pausieren und dann zu fragen: „Wie bitte? Sag das bitte noch einmal, ich habe es nicht verstanden.“

Wenn der andere seinen Satz wiederholt, stelle die gleiche Frage leicht abgewandelt noch einmal und wenn es sein muss, ein drittes Mal. Irgendwann wird es dem anderen nicht nur lästig, sondern auch unangenehm, seine Gehässigkeit so deutlich zu wiederholen.

Mit diesem Satz gibst du dem anderen nämlich zu verstehen, dass du weißt, dass er dich mit seiner gerade geäußerten Kritik verletzen oder kleinmachen will. Obwohl du ihn also herausforderst, ist diese kurze Frage alles andere als unfreundlich. Du gießt damit kein Öl ins Feuer und zeigst dich auch nicht wütend.

Doch damit die Frage ihre volle Wirkung entwickelt, musst du stark, selbstbewusst und mit direktem Augenkontakt kontern. Und zu deiner Überraschung kann es geschehen, dass sich der andere ziemlich schnell zurückzieht oder beschwichtigt.

Lesetipp: 8 Bücher für starke, selbstbewusste Frauen und solche, die eine werden wollen

Übe das selbstbewusste Auftreten und das Aushalten des Augenkontaktes am besten auch vorher.

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3. Geh aus der Situation raus

Wenn du dich völlig unwohl fühlst und deine Emotionen Achterbahn fahren, dann geh einfach raus. Niemand zwingt dich, gemeinsam mit einem Tyrannen in einem Raum zu bleiben. Du hast das Recht, dich ganz selbstverständlich der Situation zu entziehen. Such dir einen Platz, an dem du deine Gefühle abschütteln und dich neu ausrichten kannst.

Anfangs mag es dir feige vorkommen oder du fühlst dich unterlegen, wenn du gehst. Tatsächlich aber bedeutet es Größe, in dem sich anbahnenden Drama nicht mitzuspielen, sondern die Szene zu verlassen.

Vergiss nicht, dass du nur für deine eigenen Gefühle verantwortlich bist, nicht dafür, wie sich andere fühlen. Falls sich andere darüber aufregen, dass du dich einfach so davonstiehlst, dann dürfen sie das tun, genauso, wie du dafür sorgen darfst, dich gut zu fühlen.

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Tyrannen und Narzissten wollen unbedingt die Kontrolle über uns behalten und das gelingt ihnen nicht, wenn wir uns ihnen entziehen. Deswegen werden sie sicher anfangs über dich lachen oder dich verachten. Mach es trotzdem.

Je öfter es dir gelingt, dem Drama durch dein Weggehen die Energie zu entziehen, desto weniger Lust wird der Tyrann haben, ein neues Spiel zu beginnen.

4. Setze Grenzen

Setze eine Grenze schon, indem du gleich beim Hereinkommen ankündigst, nur eine bestimmte Zeit bleiben zu können. Oder, falls man dir bisher immer den Sonntagsbraten aufgedrückt hat, kündige deutlich an, dieses Mal den Salat beizusteuern. Nimm Tyrannen den Wind aus den Segeln.

Bereite dich darauf vor, das der Narzisst tönt: „Nein, das kannst du doch nicht machen!“ (Und meint damit: Ich habe es lieber, wenn ich bestimme, was du tust!)

Gib nicht nach, steh zu deiner Entscheidung und nach und nach werden sich die anderen daran gewöhnen und erstmal abwarten, was du zu sagen hast. Was du willst, ist mindestens genauso wichtig wie das, was andere wollen. Manche Menschen müssen das es lernen.

5. Wenn du gehst, lass alles zurück

Sobald du dich aus der Angelegenheit zurückgezogen hast, das Familientreffen oder der Betriebsausflug beendet ist, beende auch dein Gedankenkarussell. Anstatt dir noch tagelang auszumalen, wer was hätte sagen oder tun können, entspanne dich.

Halte das Vergangene nicht am Leben durch dein Denken.

Überlege dir lieber für die nächste unschöne Situation, die sich der Tyrann bestimmt ausdenken wird, eine passende Reaktion und übe dein selbstbestimmtes Auftreten.

Wenn du besser loslassen lernen willst, helfen dir diese Bücher sicher dabei. *

Menschen, die von anderen regelmäßig kritisiert werden, neigen dazu, sehr selbstkritisch zu sein. Deswegen: Sei gut zu dir selbst, behandle dich liebevoll.

Wie die meisten von uns machst auch du einen viel besseren Job, als dir Tyrannen und Narzissten einreden wollen.