Erkenne dich selbst: Bist du die typische Partnerin eines Narzissten?

Die typische Partnerin eines Narzissten ist ein sehr dankbarer Mensch.

Jedes freundliche, liebevolle Wort kann dich sehr glücklich machen und erfreuen. Für dich ist eine aufmerksame Behandlung die Voraussetzung für dein Wohlbefinden.

Oft hast du Schwierigkeiten, deine Wünsche und Vorstellungen durchzusetzen und dich zu behaupten. Deswegen suchst du in deinem Partner die Energie und Kraft, die bei dir schwächer ausgeprägt sind.

Du wählst dir einen Partner, der dich unterstützen und vor allem auch beschützen kann.

Dein Wunsch ist es, deinem narzisstischen Partner, den du nicht als solchen bezeichnen würdest, alles jederzeit recht zu machen.

Du empfindest sein egoistisches Verhalten anfangs nicht als Unglück, sondern als eine große Genugtuung. Fast bist du stolz darauf, dem Narzissten zu Diensten sein zu dürfen und ihm eine Freude zu machen.

 

Die typische Partnerin eines Narzissten

 

Also versuchst du, deinen Partner so oft wie möglich zufrieden zu stellen. Du gibst ihm nie die Schuld, sondern ärgerst dich über dich selber und verurteilst dich selber, wenn du vermeintlich einen Fehler gemacht hast.

Kannst du diesen Fehltritt nicht sofort korrigieren, bemühst du dich umso mehr, in Zukunft noch perfekter zu werden. Das zehrt an deinen Kräften, weil du den Ansprüchen eines Narzissten nie genügen kannst.

Deswegen machst du nur noch mehr Fehler, die dein Partner kritisiert und findest dich immer mehr in einer Position der Rechtfertigung wieder. Der Teufelskreis beginnt.

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Du bist gewissenhaft und hast vor dem Scheitern Angst, deswegen kommst du gar nicht auf den Gedanken, die Forderungen deines Partners könnten egoistisch oder übertrieben sein.

Du gibst dir zu oft die alleinige Schuld an der Unzufriedenheit deines Liebsten, weil du glaubst, nicht richtig zu „funktionieren“.

Der Narzisst und seine typische Partnerin im Wechselspiel der Gefühle.

Der Narzisst benutzt diese eigentlich guten und liebenswerten Eigenschaften, um seine eigene Leere zu füllen. Doch diese innere Leere kann er niemals füllen. Es wird nie genug sein, was auch immer du tust.

Du kannst dich noch so sehr anstrengen, du bekommst nichts zurück oder nur gerade so viel, dass du nicht völlig zusammenbrichst. Denn dann könntest du ja deine Rolle für deinen Partner nicht mehr übernehmen.

Der narzisstische Partner nutzt zwar einerseits deine Gewissenhaftigkeit und Ordnungsliebe sowie deinen Hang, dich für alles schuldig zu fühlen, selbstgefällig für seine Zwecke aus.

Andererseits schenkt er dir aber so viel Beachtung und Dank, dass du weiter pflichtbewusst bleibst und deine Fürsorge für ihn nicht abbricht.

In deinem ständigen Bemühen, deinem Partner zu gefallen und alles richtig zu machen, unternimmst du unglaublich viel, nur um einem möglichen Streit aus dem Weg zu gehen.

Ihr beide scheint die perfekte Kombination zu sein.

In eurer Partnerschaft treffen zwei Menschen aufeinander, die sich auf den ersten Blick perfekt zu ergänzen scheinen:

Der Narzisst bekommt durch dich die erforderliche Bewunderung und Bestätigung. Du, als seine typische Partnerin, kannst dich perfekt mit dem Narzissten identifizieren.

In eurer Beziehung kannst du dich selbstlos aufopfern und erhältst im Gegenzug den erhofften Schutz.

Dies tut deinem geschwächten Selbstwert gut und gibt dir Sicherheit. Du verhältst dich also zu den Wünschen des Narzissten komplementär und deswegen nennt man dich in der Psychologie Komplementärnarzisstin.

Denn auch die typische Partnerin eines Narzissten hat narzisstische Wurzeln, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Sie sucht keine Bewunderung, sie gibt Bewunderung.

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Vermutlich willst du keine Individualität und verzichtet auf deine Selbstverwirklichung. Du hast keine Angst vor zu viel Bindung, du willst mit deinem Partner verschmelzen. Dafür nimmst du fast alles in Kauf und tolerierst jede schlechte Behandlung.

Letztlich betreibst du als typische Partnerin eines Narzissten allerdings den gleichen Aufwand wie dein narzisstischer Partner.

Du willst deinen Selbstwert durch ihn erhöhen und die quälenden Minderwertigkeitsgefühle überwinden.

Mit dieser Beziehung ist euch beiden zunächst geholfen. Denn in einer solchen Beziehung erhält der Narzisst Bewunderung, du als Komplementärnarzisstin polierst deinen Selbstwert durch deine Fürsorge und ständiges ihm zur Verfügung stehen auf.

Es ist eine scheinbar ideale Konstellation mit der fatalen Folge, dass du dich auf Dauer opfern musst.

 

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Der Narzisst beschränkt sich auf das Fordern und Nehmen.

Du gehorchst und gibst mehr als du bekommst.

Für deine Selbstlosigkeit bezahlst du einen hohen Preis: Indem du die Bedürfnisse deines Partner über deine eigenen stellst, wertest du sie gleichzeitig ab. So stellst du ihn auf ein Podest und dich selber weit darunter.

Und immerzu hoffst du, deinen narzisstischen Partner durch deine Liebe und Fürsorge von einem Frosch in einen Prinzen zu verwandeln, der dich respektiert und als Frau wertschätzt. Das geschieht aber nie.

Du siehst in deinem Partner nur das Beste und kannst dir nicht vorstellen, dass er anders denkt und fühlt. Du glaubst an das Gute im Menschen. Dass dein Partner absichtlich böswillig sein könnte, kannst du nicht glauben.

Wenn dich andere auf die egoistischen Charaktereigenschaftes deines Partners hinweisen, streitest du diese ab und stehst solidarisch auf seiner Seite.

Oft gibst du dir auch selbst die Schuld am Verhalten deines Liebsten oder lässt dir von ihm einreden, dass du selber das Problem in der Beziehung bist, weil du ihn einfach nicht genug liebst.

Bei näherer Betrachtung habt ihr viel gemeinsam, vor allem:

  • Beide habt ihr ein mangelndes Selbstwertgefühl, aber ein unterschiedliches Verhalten, um diesen Mangel auszugleichen.

    Der Narzisst versucht seine Minderwertigkeitsgefühle auszugleichen, indem er andere abwertet und sich selber aufwertet. Als Komplementärnarzisstin suchst ein idealisiertes Selbst bei ihm und machst es dir zu eigen.
  • Beide erhofft ihr euch die Anerkennung und Liebe des jeweils anderen. Doch dieses scheinbare Gleichgewicht stellt sich über kurz oder lang als trügerisch heraus.

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Indem du dich völlig nach ihm ausrichtest und ihn ständig beobachtest, um seine Launen rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, übernimmst du unbewusst die Kontrolle über ihn.

Im Grunde gluckst du nach einer Weile ähnlich intensiv über dem Narzissten, wie er es von früher von seiner Mutter gewohnt war. Damit ist es mit der Romantik vorbei.

Denn dein narzisstischer Partner kann diese Nähe nicht ertragen. Er wird versuchen, sich noch mehr zu distanzieren, indem er dich erniedrigt und verletzt.

Auch das erträgst du stoisch, weil du glaubst, dass dein Partner es im Grunde nicht so meint.

Somit nimmt der Beziehungskonflikt zwischen euch beiden seinen Lauf.

Warum der Narzisst keine selbstbewusste Partnerin neben sich ertragen kann.

Es ist unwahrscheinlich, dass diese beiden Persönlichkeiten zusammenfinden. Ein Narzisst sucht sich nämlich immer Partnerinnen, die ihm unterlegen sind.

Beziehungen mit Frauen, die ein stabiles Selbstwertgefühl haben und seine Ansichten in Zweifel ziehen oder seinen Anweisungen nicht Folge leisten, kann er nicht eingehen.

In einer solchen Beziehung hat er ständig das Gefühl, nicht ernst genommen und herabgewürdigt zu werden.

Obwohl die selbstbewusste Frau nicht vorhat, ihn zu demontieren, sondern einfach nur gefestigt zu ihren Überzeugungen steht, beschuldigt er sie genau dessen.

Beide würden sich wahrscheinlich ständig streiten.

Ein narzisstischer Mensch erwartet, dass sich die Partnerin um jeden Preis seinem Willen beugt und ihm ausreichend Beachtung schenkt.

Wie ein kleines Kind wird er toben und sich wehren, während ihn die fundierten Argumente der selbstbewussten Partnerin nur noch mehr aus der Fassung bringen.

Mit Argumenten kann sich der Narzisst selten durchsetzen, wohl aber mit List und Tücke. Er kann auch handgreiflich werden, wenn er sich nicht mehr unter Kontrolle hat.

Eine starke Frau wird auf Dauer diese Machtspielchen nicht mitmachen. Sie hat es nicht nötig, sich permanent herabwürdigen zu lassen und um Nichtigkeiten zu streiten und zu kämpfen.

Falls die beiden Persönlichkeiten überhaupt zueinander finden, dann wird es mit Sicherheit nur eine kurze Beziehung geben.

Dabei könnte ihm in Bezug auf zwischenmenschliches Verhalten eine selbstbewusste Frau ein ausgezeichnetes Vorbild sein.

Er könnte von ihr lernen, wie man respektvoll mit anderen Menschen umgeht, andere Meinungen zulässt, sich gegenüber anderen durchsetzt, ohne rücksichtslos vorzugehen, und anderen Menschen den Vorzug gibt, ohne sich selbst zu vernachlässigen.

Eine starke Frau weiß sich unter Menschen zu behaupten, ohne sie ständig vor den Kopf stoßen zu müssen.

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Sie kann Andersdenkende achten und ihre Lebensweisen tolerieren. Sie strahlt große Ruhe und Gelassenheit aus, lässt sich nicht leicht provozieren, wirkt gelassen und auf natürliche Weise überlegen.

Leider kann ein Narzisst diese Souveränität nicht ertragen und wird ständig versuchen, die Schwächen dieser Frau aufzudecken.

Zusammenfassung: Der Narzisst und seine typische Partnerin

Das Wesen eines Narzissten ist: Alles ist extrem!

Der Narzisst verlangt in einer Beziehung extrem viel, die typische Partnerin eines Narzissten ist bereit, extrem viel auszuhalten. Bei beiden geschieht alles unter dem Deckmantel der Liebe.

Sobald du als Partnerin eines Narzissten verstehst, dass dein Verständnis von einer Beziehung das genaue Gegenteil zu der Vorstellung deines Partners ist,

sobald du anfängst, dich von der abhängigen Frau in eine selbstbewusste zu wandeln, ist das Ende eingeleitet.

Doch während der Narzisst sich noch Vorteile von der Beziehung verspricht, hast du längst erkannt, dass ihr euch emotional nicht berührt und dies auch nie geschehen wird.

Sei gut zu dir, wenn du dich als typische Partnerin eines Narzissten erkannt hast und keine weiteren Spielchen ertragen möchtest: Geh selbstbewusst deinen eigenen Weg.