Emotionale Belastbarkeit lernen: 4 tolle Strategien für dich

Jeder von uns erlebt schmerzhafte Emotionen:

Von Trauer und Panik bis hin zu Wut und Enttäuschung ist emotionales Leiden jedem von uns bekannt.

Aber wie Menschen auf emotionales Leiden reagieren, ist sehr unterschiedlich.

Bei manchen führt emotionaler Schmerz zu einem Sturm negativer Gedanken, selbstzerstörerischem Verhalten und noch schmerzhafteren Emotionen.

Aber andere scheinen sich fast sofort von emotionalen Schmerzen zu erholen.

Emotionale Belastbarkeit lernen

 

Emotional belastbare Menschen wissen, wie man leidet, ohne davon verzehrt zu werden.

Zum Glück ist diese emotionale Belastbarkeit nicht ganz so mysteriös, wie sie aussieht.

In meiner eigenen Arbeit als Coach und psychologische Beraterin habe ich beobachtet, dass die folgenden vier Gewohnheiten besonders wirkungsvoll sind, um emotional belastbarer zu werden.

Bist du neugierig, welche das sind?

Lass dich überraschen …

4 Gewohnheiten, die emotional starke Menschen auszeichnen

1.

Lerne, schmerzhafte Emotionen anzunehmen

Die meisten Menschen versuchen, schmerzhafte Emotionen zu vermeiden.

Sie lenken sich ab, laufen von ihnen weg oder versuchen, sie mit Bewältigungsstrategien und Problemlösungen zu „reparieren“.

Aber:

Egal wie schmerzhaft deine Emotionen sind, sie stellen keine wirklichen Gefahren dar, die du vermeiden oder beheben müsstest.

Denk mal bitte darüber nach:

  • Egal wie traurig du dich fühlst… Traurigkeit an sich ist nicht gefährlich.
  • Egal wie frustriert du bist… Das Gefühl der Frustration selbst wird dir nicht schaden.
  • Egal wie beschämt du dich fühlst… Scham selbst wird dir nicht weh tun.

Es ist nur natürlich, Dinge loswerden zu wollen, die weh tun – einschließlich schmerzhafter Gefühle.

Aber:

Wenn du es dir zur Angewohnheit gemacht hast, vor schmerzhaften Emotionen davonzulaufen oder zu versuchen, sie zu „reparieren“, trainierst du dein Gehirn, sie zu fürchten.

Wenn also ein schmerzhaftes Gefühl wie zum Beispiel Schuldgefühle auftaucht, wirst du dich vermutlich sowohl schuldig als auch ängstlich fühlen.

Und wenn sich schmerzhafte Gefühle kombinieren, fühlst du dich nicht nur ein bisschen schlechter – du fühlst dich VIEL schlimmer.

Wenn du emotional belastbarer werden möchtest, bedeutet das, dass du dich selber in die Lage versetzt, schmerzhafte Gefühle zu erleben und trotzdem mit deinem Leben weiterzumachen.

Einfach ausgedrückt, bedeutet emotionale Belastbarkeit, dass du dich darin übst, eine schmerzhafte Emotion zu empfinden, ohne etwas dagegen zu tun.

      • Wenn du dich beispielsweise das nächste Mal ängstlich fühlst, stelle einen Timer auf deinem Telefon auf 60 Sekunden ein, anstatt sofort jemanden anzurufen, um dich zu beruhigen.
        Setze dich mit deiner Angst auseinander und gestehe dir ein, dass das Gefühl schmerzhaft ist aber nicht gefährlich.
      • Wenn du das nächste Mal wütend bist, nimm deine Wut einfach an, anstatt sofort impulsiv auf deine Gefühle zu reagieren oder dich selbst dafür zu verurteilen.
      • Wenn du das nächste Mal traurig oder enttäuscht bist, versuche, die Traurigkeit auszuhalten, ohne dich abzulenken.

Emotionale Belastbarkeit beruht darauf, dass du nach deinen Werten handelst und nicht nach deinen Gefühlen, selbst wenn diese Gefühle schmerzhaft sind.

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Mache es dir also zum Ziel, den ganzen Tag über ein wenig emotionale Toleranz zu üben, und du wirst feststellen, dass deine emotionale Belastbarkeit und dein Selbstvertrauen langsam wachsen.

Ressourcen:

2. Lass Dinge los, die du nicht kontrollieren kannst

So sehr wir schmerzhafte Gefühle wie Angst, Trauer, Scham, Frustration nicht fühlen wollen, so gibt es eine Emotion, die die meisten von uns wirklich nicht mögen.

Und wir unternehmen so ziemlich alles, um sie zu vermeiden: Hilflosigkeit.

Wir Menschen sind im Herzen eigentlich Kontrollfreaks.

Wir sind Experten darin, Probleme zu erkennen, kreative Lösungen zu entwickeln und diese unermüdlich umzusetzen.

Vom Brückenbau über die Entwicklung von Medikamenten bis hin zur Entsendung von Weltraumsonden.

Unsere Fähigkeit, die Kontrolle über unsere Umwelt auszuüben, ist vielleicht unser charakteristischstes Merkmal als Spezies.

Aber das Problem ist:

Während die Ausübung von Kontrolle oft hilfreich ist, geht sie gelegentlich nach hinten los und macht die Dinge noch schlimmer.

Nimm als Beispiel das Einschlafen.

Paradoxerweise wird der Schlaf umso unwahrscheinlicher, je stärker du versuchst zu schlafen.

Auf der anderen Seite ist es relativ leicht einzuschlafen, wenn wir es gerade nicht versuchen, zum Beispiel am frühen Nachmittag, während du auf der Couch in einem Buch liest.

Der Punkt ist:

Wir müssen aufpassen, welche Probleme davon profitieren oder welche sich verschlimmern, wenn wir versuchen, sie zu kontrollieren.

Emotional belastbare Menschen verstehen dieses Prinzip intuitiv,

Sie sind gut darin, der Versuchung zu widerstehen, Dinge zu kontrollieren, die sie eigentlich nicht kontrollieren können.

3 Dinge, die wir alle liebend gerne kontrollieren wollen aber nicht können:

1.

Andere Menschen.

Besonders wenn es um Menschen geht, die wir lieben, ist es verlockend, sie dazu zu bringen, das zu tun, was wir für richtig halten.

Aber meistens führt der Versuch, andere zu kontrollieren oder zu manipulieren – selbst zu einem guten Zweck – nur dazu, dich zu stressen und die andere Person nachtragend zu machen.
2.

Deine Gedanken.

Unser Verstand ist nicht vollständig unter deiner Kontrolle.

Tatsächlich denken wir die überwiegende Zeit völlig ohne irgendeine Kontrolle darüber, was wir eigentlich denken.

Wenn plötzlich ein beunruhigender Gedanke in dein Bewusstsein auftaucht, kannst du das nicht kontrollieren.

Auch wenn wir uns darin üben, negative Gedanken aufzulösen und bewusst positiver zu denken, wird es uns nie vollständig gelingen.
3.

Deine Gefühle.

Wir haben keine direkte Kontrolle über unsere Emotionen.

Willst du Beweise?

Versuche Folgendes:

Mach dich glücklicher.

Los, ich warte…

Kein Glück? 😉

Ja, das liegt daran, dass unser System nicht mit Glücksreglern ausgestattet ist, die wir nach oben oder unten drehen können.

Es ist auch nicht mit Angsthebeln versehen, die wir auf Befehl einstellen können.

Anstatt wertvolle Energie und Zeit zu verschwenden, um zu kontrollieren, wie du dich fühlst, solltest du diese Energie für etwas verwenden, über das du wirklich Kontrolle gewinnen kannst:

deine Aufmerksamkeit und dein Verhalten.

So kannst du indirekt beeinflussen, wie du dich emotional fühlst.

Aber nur, indem du das Bedürfnis, die Gefühle zu kontrollieren, loslässt und stattdessen die Verantwortung dafür übernimmst, WORAUF du dich konzentrierst und wie du dich entscheidest zu handeln,

kannst du überhaupt Einfluss ausüben.

Emotional belastbare Menschen verschwenden keine Zeit und Energie damit, Dinge zu kontrollieren, die sie nicht wirklich kontrollieren können.

Sie akzeptieren und tolerieren evt. ihre Hilflosigkeit und konzentrieren ihre Bemühungen darauf, ihre Aufmerksamkeit und ihr Verhalten zu steuern.

Ressourcen:

3.

Übe Selbstmitgefühl

Hinter Selbstmitgefühl steckt eine ganz einfache Idee:

Behandle dich in schwierigen Zeiten wie einen guten Freund.

Die meisten von uns haben die seltsame Angewohnheit, auf sich selbst einzuprügeln und übermäßig selbstkritisch zu sein, wenn wir einen Fehler machen oder einen Fehler bemerken.

Andererseits sind wir normalerweise unglaublich mitfühlend und verständnisvoll, wenn andere Menschen Fehler machen.

Leider haben die meisten von uns in ihrer Kindheit gelernt, dass das „Geheimnis“ von Erfolg und Glück im Leben darin besteht, hart mit sich selbst umzugehen.

Wie der harte Drill Sergeant, der seine neuen Rekruten anbrüllt, lernen wir fälschlicherweise zu glauben, dass hartes Handeln uns selbst gegenüber Fehler verhindert.

Und tatsächlich könnten die meisten Menschen sowohl viel effektiver als auch viel glücklicher sein, wenn sie aufhören würden, sich für jeden Fehler oder Fehltritt selbst zu verprügeln.

Denn wenn du auf dich selbst einprügelst, weil du einen Fehler gemacht hast, fügst du der ursprünglichen Frustration oder Traurigkeit, die mit Fehlern einhergeht, nur noch schmerzhaftere Emotionen und Stress hinzu.

Unsere kritische Selbsteinschätzung verschärft nur schwierige Emotionen.

Und sie führt häufig zu noch mehr schlechter Laune und schmerzhaften Gefühlen.

Wenn du emotional belastbarer werden möchtest, lerne, Selbstmitgefühl statt Selbstverurteilung zu trainieren.

Wenn du einen Fehler machst, dich an etwas erinnern, für das du dich schämst oder in irgendeiner Weise Schwierigkeiten hast, versuche Folgendes:

Anstatt dich selbst zu verprügeln, behandle dich wie einen guten Freund, der Schwierigkeiten hat.

Ressourcen:

4. Setze dir realistische Erwartungen

Das Problem mit Erwartungen ist, dass wir davon ausgehen, dass sie ihren Job machen.

Aber in Wirklichkeit machen sie einen ganz anderen.

Die meisten Menschen nehmen an, dass Erwartungen ein Weg sind, Wachstum und Leistung zu fördern:

  • Die hohen Erwartungen an unsere Mitarbeiter ermutigen sie, hart zu arbeiten und qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten.
  • Hohe Erwartungen an unsere Kinder ermutigt sie, in der Schule gut zu sein und bei der Arbeit erfolgreich zu sein.
  • Und natürlich führt das Setzen großer Erwartungen an uns selbst zur Selbstverbesserung.

Aber Tatsache ist doch:

Oft haben wir hohe Erwartungen, um unsere eigenen Ängste und Unsicherheiten zu lindern.

Die meisten Menschen hassen Unsicherheit.

Die Vorstellung, dass ihre Kinder beispielsweise nicht erfolgreich und glücklich sein werden oder dass ihre Mitarbeiter ihre Arbeit nicht ohne ständige Aufsicht erledigen, erfüllt sie mit Angst und Schrecken.

Wenn du bestimmte Erwartungen hast, lindert dies vorübergehend etwas von deiner Angst und Unsicherheit.

Es gibt dir das Gefühl, ein wenig mehr Kontrolle zu haben und ein wenig sicherer zu sein, dass die Dinge gut laufen.

Aber in Wirklichkeit sind deine Erwartungen nur Fiktionen, die du dir selber ausgedacht hast.

Und oft basieren sie nicht einmal auf soliden Beweisen.

Dies bedeutet, dass diese Erwartungen wahrscheinlich häufig verletzt werden.

Und als Ergebnis wirst du Stress und Frustration spüren.

Erwartungen haben ihren Platz in unserem Denken.

Aber sie erfüllen sich oft nicht und frustrieren uns deswegen, was uns alles andere als emotional belastbar macht.

Wenn du emotionale Belastbarkeit trainieren möchtest, gewöhne dir an, deine Erwartungen regelmäßig zu klären und darauf zu achten, dass sie nicht zu unrealistisch sind.

Ressourcen:

Zusammenfassung: Wie erreicht man emotionale Belastbarkeit?

Der beste Weg, um deine emotionale Widerstandsfähigkeit zu verbessern, besteht darin, gesunde Gewohnheiten zu pflegen.

Und diese 4 Gewohnheiten sind ein sehr guter Anfang:

1.

Lerne, schmerzhafte Emotionen zu tolerieren.

2.

Lass Dinge los, die du nicht kontrollieren kannst.

3.

Übe Selbstmitgefühl.

4.

Setze dir realistische Erwartungen.

Ressourcen:

6-Minuten Tagebuch | Dankbarkeitstagebuch, Achtsamkeitstagebuch *

Sei gut zu dir und werde ausgeglichener in deinem Fühlen und Denken.