Du hast ein Symptom.
Und wahrscheinlich möchtest du vor allem eines wissen:
Was bedeutet das?
Also suchst du nach der psychosomatischen Bedeutung von Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Magenproblemen oder Schwindel.
Das Problem dabei:
Du suchst bereits nach einer Erklärung, obwohl du dein Symptom vielleicht noch gar nicht genau kennst.
Denn bevor du fragst, was dein Symptom bedeutet, gibt es eine viel interessantere Frage:
Wie verhält es sich eigentlich?
Wann ist es da?
Wann wird es stärker?
Wann verschwindet es?
Und was ist dann anders?
Wenn du Symptome verstehen möchtest, würde ich genau dort anfangen.
Symptome verstehen: Beobachten kommt vor Deuten
Unser Gehirn liebt Bedeutungen.
Vielleicht trägst du zu viel Last.
Der Magen rebelliert?
Vielleicht kannst du etwas nicht verdauen.
Der Hals macht Probleme?
Vielleicht hast du etwas nicht ausgesprochen.
Solche Erklärungen klingen oft erstaunlich passend.
Aber genau darin liegt das Problem.
Eine passende Erklärung ist noch kein persönlicher Zusammenhang.
Vielleicht trifft die Beschreibung auf dich zu.
Vielleicht auch auf ungefähr drei Millionen andere Menschen.
Deshalb würde ich einen Schritt zurückgehen.
Nicht:
„Was bedeutet dieses Symptom?“
Sondern:
„Was kann ich über mein Symptom tatsächlich beobachten?“

Ein Symptom ist kein Standbild
Wir sprechen oft über Beschwerden, als wären sie immer gleich.
„Ich habe Nackenschmerzen.“
„Ich habe Kopfschmerzen.“
„Mein Bauch macht Probleme.“
Damit beschreibst du aber nur einen kleinen Teil.
Vielleicht hast du deine Nackenschmerzen morgens kaum und abends deutlich stärker.
Vielleicht treten die Kopfschmerzen nicht jeden Tag auf.
Vielleicht gibt es Wochen, in denen dein Bauch völlig ruhig ist.
Und plötzlich wird aus:
„Ich habe dieses Symptom.“
eine wesentlich interessantere Beobachtung:
„Mein Symptom verändert sich.“
Genau diese Veränderungen würde ich nicht übersehen.
Symptome verstehen: Wann hat sich etwas verändert?
Ein guter Ausgangspunkt ist der Beginn.
Wann hast du das Symptom zum ersten Mal bemerkt?
Nicht unbedingt auf den Tag genau.
Vielleicht erinnerst du dich nur:
Das war ungefähr im Frühjahr.
Kurz nachdem ich die neue Stelle angefangen hatte.
Damals hatte ich plötzlich ständig Kopfschmerzen.
Vor diesem Urlaub hatte ich das noch nicht.
Solche zeitlichen Marker sind interessanter als eine vorschnelle Interpretation.
Denn zunächst suchen wir keine Ursache.
Wir rekonstruieren einen Verlauf.
Was war vorher?
Wann fiel dir die Veränderung erstmals auf?
Und wie ging es danach weiter?
Du bemerkst Veränderungen, aber noch keinen roten Faden?
Im Entschlüsselungs-System™ untersuchst du Schritt für Schritt die Zusammenhänge rund um dein Symptom, statt mit einer fertigen Bedeutung zu beginnen.
Symptome verstehen: Wann wird es besser und wann schlechter?
Diese Frage finde ich fast noch interessanter als die Suche nach dem ersten Auftreten.
Denn viele Symptome sind nicht ständig gleich stark.
Nehmen wir an, dein Nacken schmerzt am Montag deutlich.
Dienstag ist fast nichts.
Mittwoch meldet er sich wieder.
Die übliche Frage lautet:
„Was bedeuten Nackenschmerzen psychosomatisch?“
Ich würde zunächst etwas anderes wissen wollen:
Was unterscheidet Montag und Mittwoch von Dienstag?
Vielleicht fällt dir nichts auf.
Vielleicht schon.
Das können zunächst ganz körperliche Dinge sein.
Schlaf. Bewegung. Belastung. Arbeitsposition. Essen. Erholung. Medikamente.
Oder etwas völlig anderes.
Und vielleicht bemerkst du irgendwann zusätzlich, dass bestimmte Lebenssituationen auffällig oft mit einer Veränderung zusammentreffen.
Noch ist das keine Erklärung.
Aber es ist eine Spur.
Schau nicht nur auf schlechte Tage
Das wird erstaunlich oft vergessen.
Wenn etwas wehtut, beobachten wir den Schmerz.
Wenn es nicht wehtut, beschäftigen wir uns mit wichtigeren Dingen.
Zum Beispiel damit, wo das Handy schon wieder liegt. 😉
Dabei können gerade die besseren Tage interessant sein.
Wenn ein Symptom schwankt, frage dich deshalb nicht nur:
„Was war los, als es schlimmer wurde?“
Frage auch:
„Was war anders, als es besser war?“
Vielleicht verändert diese eine Frage bereits deinen Blick.
Denn jetzt suchst du nicht mehr nur nach einem Auslöser.
Du vergleichst Situationen miteinander.
Wiederkehrende Symptome hinterlassen Spuren
Besonders interessant wird es, wenn ein Symptom immer wieder auftaucht.
Dann hast du mehrere Situationen, die du miteinander vergleichen kannst.
Vielleicht kommt der Kopfschmerz häufig nachmittags.
Vielleicht reagiert dein Bauch besonders vor bestimmten Terminen.
Vielleicht meldet sich dein Rücken nach manchen Tagen deutlich stärker als nach anderen.
Vielleicht gibt es aber auch überhaupt keine erkennbare Regelmäßigkeit.
Auch das ist eine Information.
Wichtig ist, nicht aus zwei zufälligen Überschneidungen sofort ein Gesetz zu machen.
Ein Muster wird interessanter, wenn es sich tatsächlich wiederholt.
Deshalb lohnt es sich, weniger zu interpretieren und genauer zu vergleichen.
Vier Fragen, bevor du nach einer Symptombedeutung suchst
- Wann habe ich das Symptom zum ersten Mal bemerkt?
- Wann wird es stärker oder schwächer?
- Was ist an symptomarmen oder symptomfreien Zeiten anders?
- Welche Bedingungen oder Situationen tauchen auffällig häufig gemeinsam mit der Veränderung auf?
Diese Fragen liefern dir keine fertige Diagnose.
Und genau das sollen sie auch nicht.
Sie helfen dir zunächst, deinen Blick zu verändern.
Vom Symptom als festem Zustand hin zu seinem Verlauf.
Symtome verstehen: Und wann wird dein persönlichesLeben interessant?
Erst jetzt würde ich die Perspektive erweitern.
Vielleicht fällt dir beim Beobachten auf, dass bestimmte Veränderungen nicht nur mit körperlichen Bedingungen zusammenfallen.
Sondern auch mit bestimmten Situationen.
Ein Gespräch.
Eine wiederkehrende Verpflichtung.
Eine bestimmte Person.
Ein Thema, das dich jedes Mal stärker beschäftigt, als du eigentlich möchtest.
Dann entsteht eine neue Frage:
Was ist an diesen Situationen für mich persönlich bedeutsam?
Und damit verlassen wir langsam die reine Beobachtung des Symptoms.
Jetzt können auch wiederkehrende Reaktionen, innere Blockaden oder Glaubenssätze interessant werden.
Aber nicht als fertige Erklärung für dein Symptom.
Sondern als weitere Informationen, die du zu deiner bisherigen Beobachtung hinzunimmst.
Wenn du genau diese Ebene genauer betrachten möchtest, findest du dazu meinen Artikel:
→ Blockaden verstehen: Warum dich manche Situationen immer wieder triggern
Symptome verstehen heißt nicht, möglichst schnell eine Ursache zu finden
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.
Du musst nicht hinter jedem Symptom eine verborgene emotionale Botschaft entdecken.
Und du musst erst recht nicht die erstbeste Erklärung übernehmen, nur weil sie erstaunlich gut klingt.
Beobachte zuerst.
Beginn. Verlauf. Veränderung. Wiederholung. Kontext.
Vielleicht entsteht daraus irgendwann ein Zusammenhang.
Vielleicht führt die Spur in eine ganz andere Richtung, als du zunächst gedacht hast.
Genau deshalb finde ich Entschlüsselung interessanter als Deutung.
Bei der Deutung suchst du nach einer Bedeutung.
Bei der Entschlüsselung suchst du zuerst nach Zusammenhängen.
Du möchtest herausfinden, was sich bei deinem Symptom wiederholt?
Mit dem Entschlüsselungs-System™ untersuchst du deine persönliche Geschichte und suchst nach dem roten Faden hinter deinen Beobachtungen.
Hinweis: Persönliche, emotionale oder psychosomatische Zusammenhänge sind keine medizinische Diagnose. Neue, starke, plötzlich auftretende, anhaltende oder unklare Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.
