Was du tun kannst, wenn du am liebsten alles hinschmeißen würdest

Seit einiger Zeit beobachte ich, dass es in Mode gekommen ist, aus dem Hamsterrad aussteigen zu wollen.

Üblicherweise meint Hamsterrad das tägliche Einerlei im Job:

Du gehst arbeiten, um Geld zu verdienen, reibst dich für andere auf, ziehst aber selber wenig Freude daraus und wirst über die Zeit frustriert, weil du keinen Sinn in deiner Arbeit erkennst. 

Schauen wir uns die Metapher Hamsterrad etwas genauer an.

Ein Hamster wird auf ein Rad gesetzt, er treibt das Rad durch sein Laufen an. Dieses wiederum versorgt eine Lampe mit Strom, sodass sie leuchtet.

 

aus dem Hamsterrad aussteigen

 

Du erkennst schnell die Verkettung von Ursache und Wirkung:

Nicht die leuchtende Lampe treibt das Rad an und zwingt den Hamster, im Rad mitzulaufen, um nicht von ihm mitgerissen zu werden.

Es ist der Hamster, der das Rad antreibt und dadurch die Lampe zum Leuchten bringt.

Überträgst du dieses Gleichnis in dein Berufsleben, so bist du der Hamster, das sich drehende Rad ist dein Arbeitsumfeld und bei der leuchtenden Lampe handelt es sich um deinen Arbeitgeber.

Umgekehrt folgt daraus natürlich, dass du es in der Hand hast, ob dein Arbeitgeber erfolgreich ist. 

Wenn du deine Mitwirkung stoppst, steigst du aus dem Hamsterrad aus.

Wie gesagt, es ist „in“, Wege zu suchen, um aus dem Hamsterrad auszusteigen *. 

Es gibt allerdings einen Pferdefuß bei der Sache, denn das Gleichnis vom Hamster im Rad ist an einer entscheidenden Stelle vereinfacht und dadurch unzutreffend:

Wir sind nicht alleine im Hamsterrad!

Dadurch bekommt das ganze System andere Eigenschaften, die du dringend berücksichtigen musst, bevor du dich entschließt auszusteigen.

Klar ist: Wenn du der einzige Hamster bist und das Rad alleine antreibst, so bestimmst ausschließlich du das Tempo.

Das trifft für dich zu, wenn du selbständig oder freiberulich tätig bist und alleine im Hamsterrad bist *.

Wird das Rad jedoch von 10, 20 oder gar 1.000 Tieren gemeinsam angetrieben, hast du als „Aussteiger“ schlechte Karten.

Würdest du streiken, so führt dies dazu, dass du vom sich bewegenden Rad mitgerissen würdest, schließlich unter die Füße deiner Kameraden gerätst und von diesen tot getrampelt würdest.

Du siehst:

Ob ein Hamsterrad von einem oder von mehreren Tieren am Laufen gehalten wird, ändert drastisch das System und seine Eigenschaften.

Durch die vielen Teilnehmer wird es stabilisiert, der Ausstieg eines Einzelnen ist nicht mehr möglich.

Was ist die Lösung dieses Dilemmas? Wie kannst du wirklich aus dem Hamsterrrad aussteigen, wenn du das möchtest?

Alleine kannst du das Rad nicht anhalten, du kannst nicht so einfach abspringen und letztlich bist du auf bestimmte Leistungen des Systems angewiesen.

 

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Genau diese Faktoren sind es meiner Meinung nach, weswegen viele, die sich ausgebrannt und ausgelaugt fühlen, eben nicht den Absprung schaffen.

Instinktiv wissen wir, dass uns das Rad einfach mitreißen würde und wir unter den Füßen der Mitläufer zertrampelt würden, ohne etwas erreicht zu haben.

Die Lösung für das Problem liegt bereits in der Eingangsformulierung versteckt:

ALLEINE kannst du das Rad nicht anhalten.

Wenn man etwas alleine nicht kann, dann muss man sich vernetzen und etwas gemeinsam machen, neudeutsch heißt das networking *.

Zum Glück sind wir keine Hamster, sondern Menschen, die reden, zuhören und nachdenken können.

Wenn man sprechen kann, kann man sich auch absprechen und Handlungen koordinieren.

Und genau das solltest du tun, wenn dir das Rad, in dem du dich befindest, nicht mehr zusagt.

Wenn von zehn Hamstern (=Kollegen) neun wie verrückt laufen, ist der zehnte gezwungen, sich diesem Tempo anzupassen.

Wenn jedoch von 10 Hamstern die Mehrheit beschließt, langsamer zu machen, so wird die Minderheit ebenfalls langsamer laufen müssen, weil sie ja gegen den Widerstand der Mehrheit ankämpfen müsste.

Ein schnell laufender Hamster kann nicht neun anderen das Tempo vorgeben.

Kurz:

Der Weg aus dem Hamsterrad sind Absprachen und das Bilden von Teams, die das gleiche Ziel verfolgen.

Wenn du dich mit Kollegen zusammen tust *, die ebenfalls langsamer machen wollen, dann kämpfst du nicht mehr alleine. 

Und je mehr Leute sich aus dem System verabschieden oder es bremsen, desto mehr kommt es ins Stocken, wodurch schon einmal viel erreicht ist.

Als letztes noch ein guter Rat bezüglich einer Taktik, die andere Kollegen, deine Familie und Freunde gerne anwenden:

Viele suggerieren uns eine „Alternativlosigkeit“ *, die es jedoch nie gibt.

Es gibt IMMER eine Alternative.

Aber indem dich andere mit angeblich schlechteren Alternativen verängstigen, will man dich dazu bringen, weiter Energie in das System zu stecken und es am Laufen zu halten, um etwas angeblich noch Schlechteres zu verhindern.

Beliebte Sätze sind:

  • „Was, du willst kündigen?! Aber wer weiß, ob du einen besseren Job findest!“
  • „Was, du willst dich selbständig machen?! Das kann ja nur schlimmer werden!“
  • „Was, du willst dich mehr um deine Kinder kümmern?! Aber dann könnt ihr euch doch viel weniger leisten!“

Lass dich von diesen, oft gut gemeinten Ratschlägen nicht einschüchtern.

Die Leute, die dir das erzählen, haben selber nicht den Mut, etwas in ihrem Leben zu ändern. Und sie projizieren ihre eigenen Ängste auf dich.

Wenn ein System (dein jetziger Job) schlecht ist, dann ist es nicht deine erste primäre Aufgabe, irgendeine Alternative zu entwerfen.

Nein, deine erste Aufgabe ist es, dieses System durch Energie-Entzug zu schwächen; alles andere wird daraus folgen.

Was kannst du konkret tun?

Du musst den ersten Schritt gehen.

Es reicht also die Erkenntnis:

„Das hier will ich nicht und ich mache nicht mehr mit!“

Und wenn deine Kollegen sagen:

„Aber was willst du dann? Anderswo isses doch auch nicht besser!“

dann erwidere:

„Das ist mir egal.

Ich will das hier nicht und ich mache nicht mehr mit!“

Bevor wir das System Hamsterrad ändern können, müssen wir es erst einmal zum Stillstand bringen.

Und um es zum Stillstand zu bringen, braucht man sich nicht mit Alternativen zu befassen, man muss einfach nur weniger laufen und möglichst viele andere dazu bringen, es einem gleich zu tun.

Das reicht schon.

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Das Rad dreht sich immer langsamer und irgendwann kommt es zwangsläufig zum Stillstand, weil der Aufwand einer Minderheit, der Mehrheit ihr Tempo aufzuzwingen, immer größer wird, bis er schließlich nicht mehr zu leisten ist.

Entscheide dich, in deinem jetzigen Hamsterrad weniger zu laufen und suche dir Verbündete. So steigst du am leichtesten und schnellsten aus. „Gemeinsam sind wir stark“ gilt hier besonders!