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Gerstenkorn am Auge? – Wer hat dich durch Blicke angegriffen?

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Ein Gerstenkorn am Auge zeigt dir, dass du dich von jemandem oder etwas mit Blicken angegriffen gefühlt hast.

Ich will dir von einer Klientin, nennen wir sie Kathrin, erzählen, die mit einem Gerstenkorn am rechten Oberlid zu mir in die Praxis kommt. Wir wollen herausfinden, warum sie dieses Gerstenkorn genau jetzt bekommen hatte.

Kathrin ist Mitte 30, verheiratet und hat einen Sohn von 6 Jahren. Sie geht momentan nicht arbeiten und kümmert sich um alles, was mit Kind und Haushalt zusammenhängt. Sie fühlt sich wohl dabei.

Kathrin sagt über sich:

„Ich muss immer alles unter Kontrolle haben. Mir ist es sehr wichtig, dass alles so läuft, wie ich denke, dass es sein muss. Leider passt das manchen Leuten nicht immer.“

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In unserem Gespräch erinnerte sie sich an folgende kleine Geschichte, die ihr mehrere Tage lang Stress bereitet hatte:

Kathrin war mit ihrer Familie zu ihrer Schwiegermutter eingeladen. Nach dem Essen half sie in der Küche beim Einräumen der gesäuberten Gedecke.

Dabei fiel ihr, nicht zum ersten Mal, auf, dass das Einsortieren der Teller, ihrer Meinung nach, unsystematisch erfolgte und sie schlug ihrer Schwiegermutter vor, die Teller doch nach einem anderen Scheme einzusortieren, dann müsse man nicht immer die ganze Reihe an Schränken aufmachen.

Kathrin erzählt weiter:

„Meine Schwiegermutter sagte nichts. Aber sie sah mich ganz komisch an. Ich merkte, dass es ihr nicht passte, dass ich das gesagt hatte. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie mich in diesem Moment hasste.“

Du meinst, dass sei nun kein Grund, deswegen ein körperliches Symptom – bei ihr das Gerstenkorn – zu entwickeln?

Nun, das sieht ihr biologisches Bedürfnis nach Unversehrtheit anders. Kathrin hatte nämlich überhaupt nicht damit gerechnet, dass ihre Schwiegermutter so reagieren würde. Sie hatte sogar gehofft, ihr einen guten Tipp zu geben.

Der Blick ihrer Schwiegermutter traf sie also völlig unerwartet, dramatisch, isolativ, sie hatte keine Strategie, wie sie damit umgehen konnte.

Das sind immer die Voraussetzungen, um einen biologischen Konflikt zu starten.

Schauen wir uns das spezielle Gewebe genauer an:

Das Gerstenkorn hatte sich in der Lederhaut des Augenlids entwickelt. Warum?

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Die grundsätzliche Funktion der Lederhaut am gesamten Körper ist es, uns Schutz zu geben.

Werden wir also direkt oder auch nur gedacht (durch Blicke) angegriffen, reagiert die Lederhaut, indem sie sich augenblicklich verdickt, um uns an der getroffenen Stelle besser zu schützen.

Genau das passierte auch bei Kathrin. Nur dass wir eine Verdickung nicht bemerken.

Kathrin sagt über das Ereignis folgendes:

„Ich fühlte mich fast sofort schlecht. Dieser Blick verletzte mich total und ich hatte Schuldgefühle, weil ich mich eingemischt hatte. Vermutlich dachte meine Schwiegermutter, ich würde sie kritisieren und fände sie als Hausfrau nicht gut.“

Während des gesamten restlichen Beisammenseins fühlte sich Kathrin unwohl und hatte das Gefühl, die Atmosphäre zwischen ihr und ihrer Schwiegermutter habe sich deutlich abgekühlt wegen des doch recht kurzen Ereignisses.

Auch Tage später noch fühlte sich Kathrin im Stress, wenn sie an die Situation dachte. Ihre Gedanken drehten sich um die Frage, wie sie es wieder gutmachen könnte.

Etwa eine Woche später kam die Schwiegermutter vorbei, um mit ihrem Enkelkind auf den Spielplatz zu gehen.

Kathrin merkte, dass ihre Schwiegermutter ihr nichts nachtrug und konnte sich wieder entspannen.

Einen Tag später bemerkte sie, dass ihr rechtes Auge tränte und dass sich ein Eiterpickel am oberen Lidrand entwickelte.

Was war geschehen?

In dem Moment, indem Kathrin bemerkte, dass sie nicht mehr angegriffen wurde, stoppte die Lederhaut ihre Verdickung und schaltete sofort die Rückbildung ein.

Das Zuviel an Gewebe musste natürlich wieder abgebaut werden.

Dies geschieht sehr oft unter der Hilfe von Kleinstlebewesen wie Pilze oder Bakterien.Diesen Vorgang nennen wir dann Entzündung. Er ist fast immer mit Schmerzen verbunden.

Das bedeutet also, erst als Kathrin sich wieder entspannen konnte, entwickelte sich die Entzündung und sie entdeckte das Gerstenkorn am Lid.

Kathrin konnte das Zusammenspiel zwischen biologischem Bedürfnis nach Schutz und ihren körperlichen und psychischen Reaktionen gut nachvollziehen.

Um zukünftig anders zu reagieren und eine körperliche Reaktion so gut wie möglich nicht mehr notwendig zu machen, entwickelten wir für Kathrin die folgenden Maßnahmen:

  • Sie spricht zukünftig sofort Dinge an, bei denen sie sich unwohl fühlt. Dadurch fällt eine Bedingung für die Aktivierung der körperlichen und seelischen Reaktionen weg: sich isoliert fühlen.
  • Sie affirmiert täglich die Sätze:
    „Alle Menschen schauen mich freundlich an.“
    „Ich schaue die Menschen liebevoll an.“

Und Kathrin reist weiter mit leichtem Gepäck.

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