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Warum es besser für dich ist, nicht Gift und Galle zu spucken

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Die Schwiegermutter-Vergiftung

Vor langer Zeit lebte im alten China ein Mädchen namens Li-Li. Als sie heiratete, zog sie zu ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter.

Schon nach kurzer Zeit stellte Li-Li fest, dass sie mit ihrer Schwiegermutter nicht gut auskam. Sie waren zu unterschiedlich und Li-Li ärgerte sich über viele Angewohnheiten ihrer Schwiegermutter. So war es nur natürlich, dass die Schwiegermutter Li-Li ständig kritisierte.

Tage und Monate vergingen. Doch das Verhältnis zwischen den beiden Frauen wurde nicht besser; sie stritten sich ständig und ärgerten sich über einander.

Nach alter chinesischer Tradition musste Li-Li ihrer Schwiegermutter gehorchen und ihren Wünschen nachkommen, was das Verhältnis noch weiter verschlechterte.

Die Streitereien und die schlechte Beziehung der beiden Frauen machte auch den armen Ehemann unglücklich.

So fühlte sich keiner wohl in dem Hause.

Als Li-Li die schlechte Laune und die Herrschsucht ihrer Schwiegermutter nicht mehr aushalten konnte, entschied sie sich, etwas zu unternehmen.

Sie besuchte einen guten Freund ihrer Vaters, Herrn Huang, der sich in Kräuterkunde sehr gut auskannte.

Li-Li schilderte ihm die Situation zu Hause und fragte den Mann, ob er ihr Giftkräuter geben könnte, damit sie das Problem ein für allemal lösen könne.

Herr Huang dachte eine Weile nach und sagte dann:“ Li-Li, ich werde dir helfen, also hör mir gut zu und mach genau das, was ich dir sage.“

Li-Li antwortete: „Natürlich, Herr Huang, ich werde tun, was Sie von mir verlangen.“

Herr Huang ging in sein Hinterzimmer und kehrte nach einigen Minuten mit verschiedenen Kräutern zurück.

Zu Li-Li sagte er: „Du kannst keine schnell wirkenden Kräuter nehmen, um deine Schwiegermutter loszuwerden, denn das würde die Leute misstrauisch machen. Deswegen habe ich für sie einige langsam wirkenden Kräuter ausgesucht.

Bereite ihr jeden Tag ein köstliches Mahl und gib einige von diesen Kräutern hinzu. Und damit keiner einen Verdacht schöpft, wenn sie schließlich verstirbt, musst du in nächster Zeit besonders nett zu ihr sein. Streite nicht mit ihr, komm jedem ihrer Wünsche nach und behandle sie wie eine Königin.“

Li-Li war überglücklich. Sie bedankte sich bei Herrn Huang und eilte heim, um die Vergiftung ihrer Schwiegermutter in die Tat umzusetzen.

Tage, Wochen und Monate vergingen. Li-Li achtete streng darauf, in jedes Essen, dass sie für die Schwiegermutter zubereitete, einige von Herrn Huangs Kräutern hineinzugeben.

Sie erinnerte sich an seine Worte und deswegen mäßigte sie ihr Temperament, gehorchte den Wünschen ihrer Schwiegermutter und behandelte sie wie ihre eigene Mutter.

Innerhalb von sechs Monaten hatte sich alles im Haus verändert.

Li-Li achtete so sehr darauf, nie laut oder ärgerlich zu werden, dass sie zu ihrem Erstaunen feststellte, dass sie überhaupt keinen Ärger oder eine Missstimmung mehr verspürte.

Mit ihrer Schwiegermutter hatte sie seit sechs Monaten keinen Streit mehr. Diese erschien ihr nun auch viel freundlicher und netter im Umgang.

Auch das Verhalten der Schwiegermutter zu Li-Li änderte sich und sie liebte sie nun wie ihre eigene Tochter. Sie hörte gar nicht mehr auf, jedem zu erzählen, dass Li-Li die beste Schwiegertochter sei, die man sich nur wünschen konnte.

Beide Frauen behandelten einander mit Fürsorge, Aufmerksamkeit und Liebe.

Auch Li-Lis Ehemann war überglücklich über das neue Verhältnis der beiden.

Eines Tages besuchte Li-Li erneut Herrn Huang und bat ihm um Hilfe.

Sie sagte: „Herr Huang, bitte helfen Sie mir, damit meine Schwiegermutter nicht an den Giften verstirbt. Sie ist solch eine nette Frau und ich liebe sie wie meine eigene Mutter. Ich will nicht, dass sie wegen der Gifte stirbt, die ich ihr mit den Kräutern gegeben habe.“

Herr Huang lächelte weise und nickte mit dem Kopf.

„Li-Li, mach dir keine Sorgen“, sagte er. „Ich habe dir keine Giftkräuter gegeben. Die Kräuter, die ich dir gab, sind voller Vitamine und haben die Gesundheit deiner Schwiegermutter verbessert.

Das einzige Gift, das es je gab, war in deinem Kopf und in deinem Verhalten zu ihr, liebe Li-Li. Doch das ist alles wegeschwemmt von der Liebe, die du ihr jetzt gibst.“

(Autor unbekannt)

Deine Aufgabe für diese Woche (wenn du möchtest):

Das eigentliche Gift befindet sich also in unseren Gedanken. Aber wir sind ziemlich gut darin, andere für unsere schlechten Beziehungen verantwortlich zu machen.

Unsere Redensarten zeigen uns, was diese gedanklichen Gifte in uns anrichten.

Hast du folgende Redensarten schon einmal gehört?

  • Ihre Worte haben die Atmospähe vergiftet.
  • Ich komme immer an zweiter Stelle und muss mich unterordnen.
  • Sie hat Gift und Galle gespuckt.
  • Mir kommt die Galle hoch.
  • Das ist Gift für mich.
  • Wenn ich das höre, läuft mir die Galle über.

Gallenblase und Psychosomatik: Gedanken und Emotionen voller Wut, Feindseligkeit und Rachsucht können sehr oft die Funktion der Gallenblase aktivieren

Die Aufgabe der Gallenblase ist es, die Gallenflüssigkeit zu sammeln, die von der Leber ausgeschieden wird.

Diese Gallenflüssigkeit, kurz Galle genannt, wird bei Bedarf in den Darm abgegeben, wo sie u.a.  giftige Substanzen eliminiert.

Im übertragenem Sinne steht die Galle für die Entfernung von für dich negativen Gedanken, Emotionen und Erfahrungen.

Wenn du Probleme mit der Galle hast, dann deswegen, weil deine Denk- und Verhaltensmuster voller Bitterkeit und Gereiztheit gegenüber deinem Leben oder bestimmten anderen Menschenn sind.

So wie Li-Li in der Geschichte, haben Menschen mit Gallenproblemen häufig den Eindruck, dass jemand ihren Lebensraum einschränkt und ihren Platz streitig macht.

Die Wut, die daraufhin entsteht, macht Menschen wie Li-Li bitter, rabiat und weckt in ihnen den Wunsch, Rache zu nehmen. Ihre ganzen Beziehungen sind von Feindseligkeit, Bitterkeit und verdeckter Wut gekennzeichnet.

Die Galle, deren Aufgabe es ja ist, giftige Substanzen zu eliminieren, wird bei solchen Menschen reagieren, um im übertragenen Sinne den als giftig empfundenen anderen Menschen auszuschalten.

Wenn du eine ähnliche Bitterkeit, Eifersucht oder Rachsucht gegen einen anderen Menschen empfindest, hilft es dir, dir bewusst zu werden, dass du mit diesen Emotionen nur Schaden bei dir und der beteiligten Person anrichtest.

Nicht zuletzt in deinem Körper zeigen sich diese starken Gefühle, eben beispielsweise an der Gallenblase.

Entscheide dich bewusst dafür, Liebe,  Mitgefühl und Verständnis für den anderen zu entwickeln.

Denn von Natur aus trägt jeder von uns bereits die Liebe für jedes andere Lebewesen in sich, doch diese Liebe ist überlagert mit Hass, Abneigung, Wut und Rachegefühlen.

Entscheide dich für diese Leitgedanken:

  • Ich akzeptiere meine Gefühle von Bitterkeit und entscheide mich, mich von ihnen frei zu machen.
  • Ich lasse davon ab, andere zu kontrollieren und zu manipulieren.
  • Ich akzeptiere den anderen, wie er ist.
  • Ich bin sanftmütig.
  • Ich finde einen Weg, der mir und dem anderen nützlich ist.
  • Ich gehe harmonisch mit meiner Kraft um.
  • Es gibt für jeden ausreichend Möglichkeiten, seinen Platz zu finden.
  • Ich respektiere meine und die Wünsche des anderen.
  • Meinem Herzen räume ich einen großen Platz bei Entscheidungen ein.
  • Ich entlasse vergiftende Gedanken und öffne mich für liebevolle.

So reist du viel besser mit leichtem Gepäck.

 

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