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Reisen mit leichtem Gepäck

Warum dein Hund wirklich dein bester Freund ist

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Dein Hund ist dein bester Freund, sagt man. Was das heißt, verstand ich erst, als ich selber Hundebesitzerin wurde.

Seit einem Jahr lebt Lia bei uns. Lia ist eine zweijährige Hundedame, die wir aus dem Ausland adoptiert haben.

Oder soll ich sagen: Sie hat uns adoptiert?

Tatsache ist, dass es so viele unglückliche Hundeseelen dort draußen gibt, die nur darauf warten, uns ihr Herz schenken zu dürfen.

Bevor wir uns für Lia entschieden, hatten wir einige andere Hunde in der näheren Auswahl, aber aus verschiedenen Gründen kam es nicht zu einer Adoption.

Und erst nachdem all diese Hunde, die einfach nicht für uns bestimmt waren, ausgeschieden waren, fiel uns Lia überhaupt auf.

Als wir sie dann endlich in Empfang nehmen durften, wurde uns klar, dass wir auf genau sie gewartet hatten!

 

Sie passt zu uns und unserem Lebensstil einfach perfekt! Und heute wissen wir alle nicht mehr, wie wir ein Leben ohne Hund überhaupt führen konnten!

Wenn du selber einen Hund hast, verstehst du, warum er dein bester Freund ist.

Wenn du keinen hast, denkst du vielleicht:

  • Ein Hund kostet doch soviel Zeit.
    Ich muss bei jedem Wetter mit ihm raus.
    Wir können nicht mehr frei unseren Urlaub planen.
    Wenn er krank ist, wird es teuer.

Diese Gedanken hatte ich auch. Und du hast mit allem Recht!

Doch das Zusammenleben mit Lia hat mich eine Menge über mich und andere Menschen gelehrt, was unbezahlbar ist.

Diese drei Lektionen sind für mich die bedeutendsten:

1. Verschwende deine Liebe

Wer einen Hund kauft, kauft Liebe für sein Geld.
(Rudyard Kipling)

Das ist das erste, was du als Hundebesitzer erfährst: Dein Hund liebt dich. Ohne Bedingungen. In jeder Beziehung. Immer und überall.

Lia zeigt ihre Freude über mein Dasein bei jeder Gelegenheit: Wenn ich mich ihr nähere, fängt sie an zu wedeln, wendet sich mir zu, lässt alles andere stehen und liegen.

Wenn ich nach Hause komme, werde ich stürmisch begrüßt. Niemand freut sich so über mein Wiederkommen wie sie. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich zehn Minuten oder zehn Stunden weg war. Sie freut sich und sie zeigt es.

Aber Lia kann noch mehr: Alle Familienmitglieder, alle Menschen, die uns öfter besuchen, werden auf genau die gleiche Weise begrüßt und mit Liebe überschüttet.

Und Lia scheint zu spüren, wenn anderen Menschen Liebe fehlt: Oft, wenn wir zusammen spazieren gehen, geht sie auf einzelne Menschen zu, schnuppert vorsichtig, lädt sie zur Berührung ein. Und fast jeder nimmt diese Einladung dankbar an.

In solchen Momenten kann man fast sehen, wie ein Band entsteht, was über diesen Augenblick hinausgeht.

Die große Gabe von Hunden ist: Sie SEHEN dich!

Wir Menschen gehen achtlos einander vorbei. Es käme uns nie in den Sinn, auf einen Fremden zuzugehen oder ihn grundlos anzulächeln.

Ein Hund holt dich aus dieser Unsichtbarkeit und gibt dir für einige Minuten die Möglichkeit, deinen Wunsch nach Austausch und Berührung, nach Geben und Nehmen zuzulassen, ohne dir Gedanken darüber zu machen, was er wohl über dich denken mag.

Einfach Mensch sein! Das kannst und darfst du bei einem Hund!

2. Lebe im Hier und Jetzt

Wenn es Lia zu heiß ist, legt sie sich mitten auf dem Bürgersteig hin.

Wenn sie die Lust an einem Spiel verliert, bleibt sie einfach stehen.

Lia kann sich gut daran erinnern, wo Leckerchen versteckt sind, welcher Hund sie letztens angeknurrt hat und dass Wasser einfach nicht ihr Element ist.

Aber natürlich grübelt sie nicht dauernd darüber. Sie nimmt die Ereignisse, wie sie kommen und wenn wieder das auftaucht, was ihr beim letzten Mal unbehaglich oder sehr entgegengekommen ist, dann – und nur dann – reagiert sie entsprechend.

Mit einem Hund an deiner Seite lernst du wieder, wie ein Kind zu fühlen: Deine Gedanken und Gefühle sind im JETZT, du nimmst die Geräusche um dich intensiv wahr und dein Blick für das Kleine wird geschärft.

Ich sehe, wie Lia fasziniert den Flug einer Biene beobachtet, die mir bisher gar nicht aufgefallen war.

Sie erschnuppert einen Igel im Garten, an dessen Dasein ich mich freuen kann.

Sie spürt die Sonnenstrahlen und fordert mich auf hinauszugehen.

Es sind die kleinen Freuden des Lebens, an die mich Lia erinnert und auf die ich sonst nicht geachtet hätte.

3. Vergib und lass los

Als Lia zu uns kam, war sie gut sozialisiert, kannte aber die üblichen Befehle nicht: Sitz! Bleib! Warte! Komm!, mussten wir ihr durch Übungen und Belohnungen beibringen.

Nicht immer war es leicht für sie und es gab manchen Rüffel, wenn sie nicht reagierte, wie wir es erwarteten.

Aber sie zog sich nicht zurück oder sann auf Rache, zeigte uns nicht die kalte Schulter oder verschwörte sich mit anderen Hunden gegen uns.

Unser Schimpfen war vorbei und damit hatte es nichts mehr mit ihr zu tun.

Das Schöne ist, dass man mit Hunden sein eigenes Loslassen trainiert: Also müssen auch wir Lia vergeben und ihr nicht nachtragen, dass sie ein Glas umgeworden oder die Kissenfüllung im ganzen Raum verteilt hat.

Vergeben kann so einfach sein! Und wenn du einen Hund hast, kannst du nicht anders, als genau das zu tun.

Auch Lia hat ihre Vorlieben und Abneigungen und wenn ihr etwas nicht zusagt, dann zeigt sie es dir. Sie kann auch mal schmollen und deinen Befehl ignorieren.

Doch ich weiß sicher, dass es nicht lange anhält.

Die Leichtigkeit und Unbekümmertheit, mit der sie durchs Leben geht, ist ansteckend. Und wenn man sich darauf einlässt, merkt man, wieviel einfacher alles wird, wenn man nicht nachträgt, sondern jedem immer wieder eine neue Chance gibt.

So wird das Leben zu einer Reise mit leichtem Gepäck!

 

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