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Reisen mit leichtem Gepäck

Warum deine Mutter es verdient hat, dass du ihr dankbar bist

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Meine Mutter

Meine Mutter hatte nur ein Auge. Ich hasste sie deswegen. Sie war eine Schande. Sie kochte für Studenten und Lehrkräfte, um ihre Familie zu unterstützen.

Einmal, während der Grundschulzeit, kam meine Mutter zum Klassenzimmer, um mir hallo zu sagen. Ich schämte mich so.

Wie konnte sie mir das antun? Ich ignorierte sie, warf ihr einen hasserfüllten Blick zu und rannte hinaus.

Am nächsten Tag rief einer meiner Klassenkameraden: „Bah, deine Mutter hat ja nur ein Auge!“

Ich wünschte, sie wäre tot. Sie sollte einfach verschwinden. An jenem Tag sagte ich zu ihr: „Wegen dir lacht jeder über mich. Warum kannst du nicht einfach tot sein?“

Meine Mutter antwortete nicht. Nicht eine Sekunde dachte ich darüber nach, was ich gesagt hatte, weil ich so voller Wut war. Ihre Gefühle waren mir egal.

Ich wollte nicht mehr mit ihr zusammenwohnen. Ich wollte nichts mehr mit ihr zu tun haben. 

Während der restlichen Schulzeit strengte ich mich sehr an. Und ich schaffte einen guten Abschluss, sodass ich in Übersee studieren konnte.

Ein paar Jahre später heiratete ich. Ich kaufte mir mein eigenes Haus. Ich hatte eigene Kinder. Mit meinem Leben war ich zufrieden.

Eines Tages stand meine Mutter überraschend vor der Tür. Sie hatte mich seit Jahren nicht gesehen und auch ihre Enkelkinder kannte sie noch nicht.

Meine Kinder lachten, als sie sie sahen und ich schrie sie an, warum sie gekommen sei, ich habe sie nicht eingeladen.

„Wie kannst du es wagen, einfach so hierherzukommen und meinen Kindern Angst einzujagen? Verschwinde! Auf der Stelle!“

Meine Mutter antwortete leise: „Oh, es tut mir so leid. Wahrscheinlich habe ich nur eine falsche Adresse bekommen.“ Und sie ging wieder.

Einige Zeit später erreichte mich ein Brief meiner ehemaligen Schule. Ein Klassentreffen sollte stattfinden. Als ich hinfuhr, erzählte ich meiner Frau, ich wäre auf Geschäftsreise.

Nach dem Treffen ging ich aus reiner Neugierde zu der Bruchbude, die einmal mein Zuhause gewesen war. Die Nachbarn erzählten, sie sei gestorben. Ich weinte ihr keine Träne nach.

Jemand überreichte mir einen Brief, den sie an mich geschrieben hatte.

“Mein lieber Sohn,

ich denke immer an dich. Es tut mir so leid, dass ich dich einfach so besuchen kam und deinen Kindern einen Schrecken einjagdte.

Ich freute mich so, als ich hörte, dass du zum Klassentreffen kommst. Aber ich fürchte, ich werde das Bett nicht verlassen können, um dich zu sehen. Es tut mir so leid, dass ich immer nur eine Schande für dich gewesen bin.

Weißt du, als du sehr klein warst, hattest du einen Unfall und dabei verlorst du ein Auge. Als deine Mutter hätte ich es nicht ertragen können, dich nur mit einem Auge aufwachsen zu sehen. Deswegen habe ich dir eines meiner Augen gespendet.

Ich war so stolz auf dich, mein Sohn, der du die Welt nun an meiner Stelle sehen würdest, mit meinem Auge.

Es liebt dich von Herzen

Deine Mutter

 

Unsere Mutter ist unsere erste und wichtigste Bezugsperson. Das Verhältnis zu ihr bestimmt fast unser gesamtes Leben, ob wir das wollen oder nicht.

Fast alle unsere Prägungen, aufgrund deren wir heute reagieren, haben ihren Ursprung in der frühesten Kindheit. Und auch fast alle Beschwerden lassen sich darauf zurückführen, dass wir als Kind das Gefühl hatten, von unserer Mutter nicht angenommen und geliebt zu sein.

Die Emotionen, die weges dieses Gefühls entstanden sind, können Ärger, Wut, Selbstmitleid, Scham sein – wie bei dem Mann in der Geschichte.

Wann immer ich mit Klienten arbeite, kommen wir irgendwann an den Punkt, an dem wir gemeinsam das Verhältnis der Klientin zu ihrer Mutter anschauen.

Ziel ist es, verstörende und hindernde Glaubensmuster zu finden, die die Klientin schon ihr ganzes Leben mit sich trägt, weil es verschiedene Erlebnisse mit ihrer Mutter gegeben hat, die sie beeinflussten.

Danke Mama! Es fällt dir leichter, deiner Mutter dankbar zu sein, wenn du verstehst, dass sie nur das Beste für dich wollte

Lasss mich dir von einer Klientin erzählen:

Maria liebte es zu singen, machte es aber so gut wie nie. Als Kind hatte ihre Mutter einmal unüberlegt zu ihr gesagt: „Maria, wenn du singst, fliegen die Engelchen davon.“ Das hatte das kleine Mädchen so mitgenommen, dass sie nicht nur nie mehr laut sang, sondern sich überhaupt nicht traute, vor Menschen zu sprechen.

Als wir dieses Ereignis als Ursache für ihre Angst gefunden hatten und Maria sich mit ihrer Mutter vor ihrem geistigen Augen ausgesprochen hatte, fühlte sie sich befreit und litt auch nur noch selten unter einem Räusperzwang, der sie bis dahin begleitet hatte.

Warum hatte ihre Mutter das überhaupt zu Maria gesagt? Was war ihre positive Absicht?

Maria fand heraus, dass ihre Mutter sie davor schützen wollte, dass die anderen Kinder sie auslachten.

Deine Aufgabe für diese Woche (wenn du möchtest):

Ich weiß durch die Arbeit mit vielen Klienten, dass sehr viel emotionaler Schmerz in der Mutter-Kind-Beziehung haftet.

Wenn es dir nicht leicht fällt, von Angesicht zu Angesicht mit deiner Mutter über deine Verletzungen zu sprechen, kannst du mit dem Arbeitsblatt beginnen, dass ich für dich entwickelt habe.

Deine Beziehung zu ihr kannst du auch dann heilen, wenn du keinen Kontakt mehr hast oder sie verstorben ist.

Dankbarkeit für deine Mutter zu empfinden und auszudrücken, hilft dir selber am meisten. Da alles, was du in die Welt trägst, zu dir zurückkommt, weil es mit dir verbunden ist, können sich auch kleine Schritte in Richtung Verständnis und Liebe schnell in deinem Leben bemerkbar machen.

Du kannst mit dem Arbeitsblatt an jeder Beziehung arbeiten, bei der du fühlst, das Heilung nötig ist. Ich empfehle vor allem, mit der Beziehung zu deiner Mutter, deinem Vater und zu dir selber anzufangen.

Beginne deine Reise mit leichtem Gepäck  – jetzt!

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